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11.05.2019

Frühlingserwachen im Teich, nicht immer schön.

Dieser Frühling begann mit jeder Menge Notrufe. Springende und scheuernde Fische, Verpilzungen, Tannenzapfen oder tote Fische ohne äußerlich sichtbare Anzeichen.
Was ist los?
Für viele begann der Winter wie in jedem Jahr. Der Teich wurde in den Winter geschickt wie all die Jahre zuvor. In vielen Teichen bedeutete dieses: von Oktober bis April kein Futter weil das ja irgendwo so steht und es schon seit Jahren so gemacht wird ohne Probleme. Außerdem kein Wasserwechsel um die Fische nicht zu stören. Manche Filter durch laufend, andere nicht, manche Teich abgedeckt, andere nicht.
Dieser Winter war aber nicht wie andere und das zeigt sich nun wo es warm wird.
Viele Fische sind anders als in den Jahren vorher den ganzen Winter geschwommen. Heißt sie haben Energie verbraucht da sie wegen der teils milden Temperaturen einen höheren Stoffwechsel hatten. Dadurch haben sie auch mehr CO2 ausgeatmet welches mangels ausreichender Wasserbewegung im Teich verblieben ist. Im Teich verbliebene Blätter und anderes wurden durch Bakterien zersetzt mit Verbrauch von Kalziumcarbonat und Produktion von CO2. So ist unbemerkt der KH wert gefallen, der PH nachgezogen. Folge: Säuresturz - Tod
Fadenalgen sind früh gewachsen, auch sie verbrauchen Karbonat, Produzieren nachts CO2 und verbrauchen nachts Sauerstoff:
Gleiches Ergebnis.
Keime und Parasiten haben sich durch das milde Klima stärker vermehrt als in kalten Wintern. Dadurch wurde das Immunsystem geschwächt, Pilz (Saprolegnia) hatte leichtes Spiel bei geschwächten Fischen mit defekten auf der Haut. 
Sehr viele Koi leiden derzeit an geschwollenen Kiemen durch starke Temperatur-schwankungen, verschleimte Kiemen durch Kiemenwürmer oder Pollen, bakterielle Entzündungen oder EMS, Folgen vom Säuresturz. 


‼️ Koihaltung geht nicht nach einer Liste zum Abstreichen, Koihaltung ist individuelles agieren in Abhängigkeit der jeweiligen Gegebenheiten und Temperaturen. Egal zu welcher Jahreszeit. Egal wie groß der Teich ist. ‼️